NEU: Brauchbar - 10 - Kann aus Alt wirklich Zukunft werden - Dr. Constanze Klotz
Shownotes
Zu Gast in der BrauchBar ist heute Dr. Constanze Klotz, Mitgründerin des Hamburger Sozialunternehmens Bridge & Tunnel. Sie berichtet, wie sich nachhaltiges Textildesign mit sozialem Engagement verbinden lässt und wie aus textilen Reststoffen hochwertige Upcycling-Produkte entstehen. Bridge & Tunnel produziert in Hamburg mit Menschen mit Flucht- und Migrationserfahrung oder mit Herausforderungen im klassischen Arbeitsmarkt und zeigt damit, wie Kreislaufwirtschaft und soziale Innovation zusammengedacht werden können.
Die Podcast-Reihe ist Teil des Projekts „Gemeinsam auf dem Weg zur Kreislaufwirtschaft – Die EU-Textilstrategie und die gemeinnützige Kleiderspende" des Dachverband FairWertung e.V. Gefördert wird das Projekt durch das Umweltbundesamt (UBA) und das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN).
In der BrauchBar empfangen Moderator Tobias Häusler (bekannt aus dem WDR Fernsehen und WDR 2) und Thomas Ahlmann, Geschäftsführer von FairWertung, in jeder Folge einen Gast zu einem Thema aus dem Gebiet der Mode und der Textilien. In entspannter Talkatmosphäre liegt der Fokus vor allem auf nachhaltigen Themen im Zusammenhang mit unserem Kleidungskonsum und der Entsorgung ebendieser.
Transkript anzeigen
00:00:00:
00:00:01: Diese Podcast-Reihe ist Teil des Projekts gemeinsam auf dem Weg zur Kreislaufwirtschaft.
00:00:06: Die EU-Textilstrategie und die gemeinnützige Kleiderspende, das Dachverband Fairwertung eV.
00:00:12: Das Projekt wird gefördert durch das Umweltbundesamt sowie das Bundesministerium für Umwelt-, Klimaschutz-, Naturschutz- und nukleare Sicherheit.
00:00:19: Die Mittelbereitstellung erfolgt auf Beschluss des Deutschen Bundestages.
00:00:23: Willkommen in der Brauchbar!
00:00:26: Der Podcast von fairwertung dem Dachverband der gemeinnützigen Altkleidersammler und mit Tobias Häusler.
00:00:39: Herzlich willkommen!
00:00:40: Gerade dir ganz persönlich hier in der Brauchbar.
00:00:44: Wir sprechen wie in jeder Bar über die wichtigen Themen des Lebens, in diesem Fall über eines der wichtigsten – über unsere Kleidung und wie die Europäische Union dieses Megathema politisch regulieren möchte in Zukunft.
00:00:56: Hersteller auch stärker an die Pflicht nehmen zum Beispiel alles im Rahmen der EU-Textilstrategie.
00:01:01: am Ende steht ja wenn es klappt der Idealzustand?
00:01:04: Der Kreislauf von der Faser zur Kleidung, wieder zur Faser und das Fair für alle Beteiligten.
00:01:11: Ich bin Tobias Häusler.
00:01:12: Schön dass du da bist.
00:01:13: Setz dich zu uns!
00:01:14: Und der Stammplatz neben mir hier an der Theke, der brauchbar ist natürlich besetzt mit dem Original, mit dem Chromoderator und Freund Thomas Almann.
00:01:21: Thomas ist Geschäftsführer des Dachverband fair Wertung.
00:01:23: Das ist eine starke Stimme auch in vielen Gremien wenn es um die gemeinnützige Sammlungen geht von Altkleidern.
00:01:29: Schön, dass Du da bist hallo Thomas.
00:01:30: Hallo Tobias
00:01:31: Ich freue mich so, wir haben heute die Lösung aller Probleme bei uns.
00:01:35: Fast!
00:01:36: Also wir sprechen mit und über ein Label das Vieles von dem worüber wie hier bisher theoretisch gesprochen haben schon längst praktisch umsetzt Abcycling soziales Unternehmertum Kreislaufwirtschaft nicht als buzzwords wieso oft sondern wirklich im Alltag.
00:01:51: es geht um das Hamburger Sozialunternehmen Bridge & Tunnel Gegründet, das klingt so süß von Conny und Lotte.
00:01:58: Aber jetzt nehmen wir mal Haltung an Moin nach Hamburg Frau Doktor Konstanze Klotz.
00:02:01: Hallo Conny Moin
00:02:02: Tobias moinen Thomas ihr dürft mich gerne weiter Conny nennen aber ich dürfte auch Doktor Conny sagen ist auch okay für
00:02:09: mich Um nicht von der Kinderbuchreihe abzusetzen
00:02:12: Ganz genau
00:02:12: Bridge and Tunnel.
00:02:14: woher erstmal der Name?
00:02:15: Brücken und Tunnel?
00:02:16: Ja, also man glaubt es kaum.
00:02:18: Aber Hamburg hat tatsächlich eine Insel die die zweitgrößte bewohnte Flussinsel der Welt nach Manhattan ist und das ist das schöne Williamsburg.
00:02:26: auf diese Brücke gelangt man nur über Brücken oder durch den Tunnel.
00:02:29: dort liegt unsere Manufaktur und deswegen heißen wir Bridge and Tunnel.
00:02:33: aber es hat natürlich auch noch ne metaphorische Bedeutung.
00:02:35: ja natürlich und auf die kommen wir noch Ein Label, das aus Reststoffen hochwertige Produkte macht und dabei auch noch Menschen beschäftigt die sonst ja nur schwer Zugang zum Arbeitsmarkt hätten.
00:02:47: Schön dass du da bist!
00:02:48: Nimm uns mal mit an den Anfang wie es Bridge and Tunnel entstanden?
00:02:51: Wann war dieser Moment, dass du gemerkt hast, dass ist hier mehr als eine gute Idee Das ist ein eigenes Label.
00:02:56: Eine richtige Firma.
00:02:58: Ja, Bridgen Tunnel gibt es jetzt fast schon zehn Jahre.
00:03:00: Manchmal kann ich selber kaum glauben auch weil die Zeiten ja gerade alles andere als entspannt sind.
00:03:05: umso schöner dass wir uns schon so lange behaupten auch wenn wir gefühlt dauerhaft Achterbahn fahren.
00:03:09: aber die Gründung für unser Sozialunternehmen kam tatsächlich zu uns.
00:03:13: das ist jetzt nichts mit dem meine Mitgründerin Lotte und Ichmons irgendwie aufgewacht sind sondern wir haben zuerst auch schon in der gleichen Location ein Co-Working Space für Mode und Textil Designerinnen zwei Jahre betrieben.
00:03:26: Irgendwann mal jemand erzählt, Mädels wisst ihr eigentlich.
00:03:28: Es gibt einen deutsch-tückischen Nähclub der trifft sich einmal in der Woche in der Moschee zum Nähen.
00:03:33: die tragen da ihre Haushaltsnähmaschinen hin schieben Tische und haben wir gedacht das klingt super zauberhaft aber super umständlich.
00:03:39: Das wäre doch viel viel praktischer um mehr Zeit zum nähen zu haben wenn er nähtreff bei uns stattfinden würde weil wir hatten ja eine eine voll ausgestattete Werkstatt schon so dem Zeitpunkt und dass war der Entstehungsmoment für unsere Manufaktur denn sehr viele der Frauen die anwesend waren konnten Tastisch nehmen, türkische Hochzeitsmode wurde produziert.
00:03:58: Ich weiß nicht ob ihr schon mal auf einer türkischen Hochzeit wart aber die werden ja in der Regel sehr opulent gefeiert entsprechend.
00:04:03: Ja.
00:04:04: Opulenz sind die Kleider und die Frauen hatten also wirklich wahnsinnig handwerkliches Geschick Aber Zeit, mittwochs Vormittags zu einem Nähtreff.
00:04:11: Das hat uns nicht losgelassen und haben Gespräche geführt oder einen schwarzen Fleck identifiziert.
00:04:17: Es gibt sehr viele Menschen mit Flucht- und Migrationsgeschichte in Deutschland, die ganz viele Talente haben zum Beispiel im Textilhandwerk aber kein Zettel dazu.
00:04:27: Und Deutschland mag ja so gerne Zetteln...
00:04:29: Du musst alles seinen Schein haben!
00:04:31: Ja klar.
00:04:31: Das ist schwierig als ein Beruf auszüge, wenn man keinen Zettl hat.
00:04:34: Dann haben wir gesagt Leute vielleicht ist das das Zeichen?
00:04:38: Textile Handwerk zurück in die Statue mit Menschen, die sonst schwer Zugang haben zum Arbeitsmarkt.
00:04:42: Wie du schon erzählt hast und wir hatten auch schon vor ein bisschen mit Abcycling rumprobiert und haben dann die beiden Themen gewissermaßen vernäht.
00:04:49: Schön schön!
00:04:50: Und ich glaube das hat es auch nicht zum ersten Mal erklärt.
00:04:53: Ich werde immer wieder danach gefragt.
00:04:55: Ich versuche es immer ein bisschen anders zu erzählen weil sonst kann man sich selber so schlecht zuhören.
00:04:58: Kennt ihr das?
00:05:02: Aber wenn du über türkische Hochzeitsmode und diese Qualität Opulenz sprichst, du sprichest mit uns hier im Ruhrgebiet.
00:05:09: Wir haben ja beispielsweise in Duisburg der ganze Straßen wo Laden an Laden ist.
00:05:13: da sieht man mal was da alles möglich ist.
00:05:15: und wenn man sich vorstellt wer das näht dann muss man davon ausgehen dass da Kompetenz drin ist.
00:05:20: ihr seid ein nachhaltiges Label ihr seid auch ein soziales Unternehmen.
00:05:25: Was heißt das denn soziale Verantwortung?
00:05:28: Im Arbeitsalltag?
00:05:29: Ja, was heißt das?
00:05:30: Ich finde eigentlich sollten das alle Unternehmen ganz automatisch mitdenken.
00:05:34: Ich finde diese Parzellierung in Geschäftsmodelle persönlich total schwierig.
00:05:39: also für uns gehört ökologische und soziale Nachhaltigkeit zusammen auch mit der Ökonomischen gibt ja den schönen Dreiklang.
00:05:45: Und für uns ist es ja sozusagen über die Entdeckung der Frauen und dem Nähclub dazu zu kommen, zuerst die Menschen zu sehen.
00:05:51: Und dann zu überlegen, kriegen wir das in ein Business Case gegossen?
00:05:54: Aber für mich ist es was intrinsisch total Natürliches zu überliegen.
00:05:58: wie möchte ich unternehmerisch Wirtschaften um etwas zu produzieren dass jetzt nicht nur aus einem Gut oder einer Dienstleistung besteht sondern auch einen sozialen Mehrwert erwirtschaftet?
00:06:08: und das können ganz viele Social Businesses gibt ganz viele davon.
00:06:11: Es braucht nur noch mehr Spotlight für sie.
00:06:14: Design mit Impact, aber zero Bullshit.
00:06:18: Das ist die Haltung dahinter?
00:06:20: Wie fehlt dir Entscheidung?
00:06:21: Wie sieht eure Unternehmertum im Alltag aus?
00:06:25: Also es sieht leichter aus als das Hinterdenkulissen ist!
00:06:28: Wir sind ja eine auf Abcycling spezialisierte Textilmanufaktur.
00:06:32: Das heißt ganz konkret, wir verarbeiten immer Textilen die eigentlich schon fertig sind also zum Beispiel Jeans.
00:06:37: Die haben schon Reißverschlusstaschen Knöpfe, Nähte So und wir bekommen zuhauf z.B.
00:06:43: Jeans gespendet oder beziehen die auch Sourcen aus bestimmten Quellen Und haben dann ein fertiges Textil aus dem wir ein neues Produkt machen.
00:06:50: Dann ist man bei der Designentwicklung ziemlich limitiert.
00:06:53: Unsere Designs haben deshalb alle so ein längliches Schnittteil integriert dann schneller ans Machen kommen, wenn wir sozusagen die Filetstücke der Jeans, die noch heile sind.
00:07:02: Das Bein!
00:07:02: Meistens die Rückseite ne?
00:07:03: Am Knie geht sie gerne kaputt die Hose oder am Poppels oder am Saum aber die Rückzeit ist eigentlich noch gut zu verarbeiten oder auch geteilt die Vorderseite und daraus entwickeln wird er neue Designs.
00:07:14: das macht total viel Freude weil die Teile am Ende aussehen wie neu, aber es ist tatsächlich ein bisschen komplexer als jetzt die reguläre Produktion, aber macht superviel Freude.
00:07:23: ich könnte mir nicht mehr anders vorstellen.
00:07:25: Und gerade wenn man so ein bisschen limitiert ist, fördert es ja nochmal die Kreativität.
00:07:29: Und die Nerven und den Nerven!
00:07:30: Ja,
00:07:31: Bridgen Tunnel – warum ist Constanze genau der richtige Gast hier in unserer Brauchbar?
00:07:36: Ja, Conny und ihr Team verfolgen wir eigentlich schon sehr lange.
00:07:39: Wir sind lange freundschaftlich verbunden für Wertung und Bridgen-Tunnel.
00:07:43: Ich glaube, Bridget Tunnel zeigt im besonderen Maße eigentlich was den sozialen Sektor auch ausmacht.
00:07:51: Der soziale Sektor ist für mich auch so etwas wie das Real-Labor der Kreislaufwirtschaft.
00:07:56: Conny hat es ja gerade beschrieben, hier wird angepackt und ausprobiert.
00:08:00: Es wird gemacht tatsächlich.
00:08:03: Das Ganze wird dann noch verbunden mit der Gemeinwohlorientierung – genau die Werte, die wir bei Verwertung teilen.
00:08:12: Also ihr arbeitet mit Stoffen, wenn wir mal durch diese Kette durchgehen.
00:08:15: Die anderen nicht mehr brauchen.
00:08:17: Textile-Reststoffe, du hast schon gesagt ausrangigierte Kleidungsstücke Produktionsüberschüsse Wo kommen die her?
00:08:24: Wir haben verschiedene Kleidersammlerinnen in Hamburg, von denen wir die Textilien beziehen.
00:08:30: Und zwar bekommen wie die Textilen, die zu schlecht sind um noch von jemandem getragen zu werden.
00:08:35: Das ist ja auch ein Thema bei das Thomas und ich uns schon häufig ausgetauscht haben.
00:08:38: also dass viele Menschen denken ach die Hose hat jetzt hier siebenvierzig Flecke und zwölf Löcher.
00:08:43: klar tue ich in die Altkleidersammlung.
00:08:45: Also davon gibt es leider viele Jeans, die nicht mehr gut genug sind zum Tragen, die wir aber noch filetieren können.
00:08:51: dann haben wir verschiedene Materialpartner, die und Sampleware zum Beispiel oder Verschnitte zur Verfügung stellen.
00:08:57: Und was ich richtig toll finde wir haben so etwas wie eine Love-Community kreiert.
00:09:02: also über die letzten Jahre schicken uns im Dachraum super viele Menschen ihre alten Hosen immer mit einem Liebesbrief.
00:09:10: Ich habe schon zwar richtig große Kartonkolle manchmal Schokolade fürs Team sind dann reines Frauenunternehmen lang auch schon Lippenstifte bei oder nagelockt und entsteht auf dem Brief.
00:09:18: und so sinngemäß Danke dass es euch gibt danke das ihr euch um meine Hose kümmert mir viel bedeutet.
00:09:23: Und die Pakete mag ich eigentlich am liebsten, es ist echt richtig schön und wertschämtend.
00:09:27: Jetzt
00:09:27: verstehe ich ja überhaupt mal den Begriff Kleidung vom Dachraum!
00:09:33: Ich versuche den Weg mal zu schließen.
00:09:35: also ihr macht dann hochwertige Produkte daraus.
00:09:38: Rohstoffe neue Mode Entwürfe enden in diesen hochwertigen Produkten.
00:09:42: Und dann, wie läuft der Verkauf?
00:09:44: Ja an dem Verkaufskonzept haben wir ein bisschen rumgetüftelt die letzten Jahre.
00:09:47: Wir hatten ja ein bisschen Zeit.
00:09:49: Wir haben gestartet mit einem BtoC-Shop also ganz normaler Online Shop.
00:09:54: Also erstmal nur online wo EndkonsumentInnen unsere Produkte kaufen können.
00:09:58: Dann haben wir uns ein bisschen im stationären Handel ausprobiert und haben gemerkt Die Geschichte, die ja auch sehr wichtig ist bei uns zu erzählen.
00:10:04: Was unterscheidet dieses Produkt von einem neuen Produkt?
00:10:07: Ich habe ja vorhin gesagt man sieht das den Produkten nicht unbedingt sofort an.
00:10:11: Die ist wichtig!
00:10:11: Die können wir im Handel eigentlich gar nicht so gut platzieren und haben uns dann vor Corona ohne jetzt zu wissen dass die Pandemie um die Ecke biegt entschieden nur noch online only zu machen.
00:10:20: also kannst alle deine Sachen oder zum online shop kaufen kann es auch deine persönliche Lieblings jeans schicken die dir kaputt gegangen ist und bekommst ein besonderes produkt daraus.
00:10:28: aber wir machen
00:10:31: Ich kann meine Hose schicken und bekomme meine Hosen wiederbelebt zurück.
00:10:43: Das Gegenteil ist der Fall, aber alles landet dann später bei dir auf dem Tisch.
00:10:46: Ich kümmere mich.
00:10:47: Ja genau!
00:10:47: Aber das ist sozusagen ein kleiner Circle of Love den wir damit versuchen zu kreieren.
00:10:51: also ich glaube dass es nur dann gelingt Kleidung anders zu betrachten wenn wir wieder verstehen was steckt drin oder Wenn wir wieder anfangen unsere Kleidungen liebzuhaben und uns um unsere Kleiddung zu kümmern wie man's früher gemacht hat.
00:11:02: Und Jeans Wir arbeiten ja vor allem aus.
00:11:04: Jeans sind ein Textil das fast jeder jede hat und viele haben da mit Geschichten Erinnerungen.
00:11:09: und du kennst vielleicht auch wenn man meine Hose findet die richtig gut passt.
00:11:12: Ich kann auch einen Elite von singen.
00:11:14: Und dann geht die kaputt, das hat man schon so ein bisschen Herzschmerz alert.
00:11:18: und wenn man dann weiß diese Hose kann ich zwar nicht mehr tragen.
00:11:21: wir haben auch viele Frauen zum Beispiel die uns nach der Schwangerschaft ihre Schwangerschaft jeans schicken oder Jeans von Verstorbenen.
00:11:27: Dann machen wir daraus neue Produkte und dann geht es zurück an dich oder an denjenigen, der es geschickt hat weil da ist das Textil aufgeladen.
00:11:33: Da hat die Geschichte angefangen und dann ist es wieder bei dir du kannst es weiter liebhaben es sieht nur anders aus.
00:11:38: und dieser dieses kleine Circle of Love der ist total wertvoll glaube ich, also wir lieben das sehr.
00:11:44: Ich finde um diesen ganzen Geschichten die Konning jetzt auch erzählt sind wir ja auch etwas was mir in dieser ganzen Diskussion auch um die Kreislaufwirtschaft von Textilien immer zu kurz kommt.
00:11:55: Wir haben es hier mit einem besonderen Abfallstrom zu tun.
00:11:58: Es ist emotional aufgeladen tatsächlich und Kreislauch Wirtschaft für Textilen damit es wirklich nachhaltig ist Nachhaltig im Sinne von ökologisch aber auch sozial sinnvoll Bedarf einem hohen Aufwand.
00:12:11: Also jedes Textil ist in irgendeiner Weise wertvoll und sollte wertgeschätzt werden, muss auch anders behandelt werden.
00:12:20: Während dann zum Beispiel Jeans wieder zu einem neuen Produkt werden können müssen andere Textilen vielleicht tatsächlich recycelt werden oder aber finden direkt in der normalen Verwendung einen neuen Besitzer also das klassische Second Hand.
00:12:36: Aber ich finde dass sieht man bei Bridget Handel sehr schön, gerade auch was es bedeutet und da müssen wir insgesamt wieder hinkommen zu einem wertschätzenden Konsum.
00:12:47: Und Jeans sind dabei natürlich ein dankbares Thema.
00:12:50: Es hat ja schon Grund warum wir Jeans abzeigeln jetzt nicht zum Beispiel T-Shirts.
00:12:54: Das ist einfach ein Textil das eine gewisse Festigkeit hat, eine Haltbarkeit.
00:12:58: Das kann man natürlich in mehreren Lebenszyklen denken als jetzt ein T-shirt.
00:13:03: Hier auch nochmal die Komplexität.
00:13:04: Wir haben die Jeans die man so behandelt wieder ganz anders und wir haben aber, ich weiß gar nicht wie viele Artikel wir in der Mode alleine haben.
00:13:13: Und da kommen ja dann noch technische und ähnliche Textilien hinzu.
00:13:17: Es ist Abcycling!
00:13:18: Ist es nicht Recycling?
00:13:20: Wie wichtig ist das Element Abcycling für mehr Kreislaufwirtschaft Thomas?
00:13:23: Was machst du?
00:13:24: Wir brauchen ganz unterschiedliche Bausteine.
00:13:26: Da gehört Abcykling genauso dazu wie im Übrigen auch Reparatur.
00:13:31: Ich glaube, da versucht Conny zusammen mit ihrem Team Dinge umzusetzen.
00:13:36: All das brauchen wir, es gibt nicht diese eine Lösung, es wird auch nicht irgendwie The Green Machine geben wo wir unsere abgelegten Textilien reinschmeißen und am Ende der Maschine kommt ein recyceltes ökologisch sinnvolles Kern raus.
00:13:50: all das wird es nicht geben sondern wir brauchen viele kleine Lösungen.
00:13:54: gerade da ist eben der soziale Sektor glaube ich ein super wichtiger Akteur weil ja wir sind das Real Labor wie schon sagte
00:14:01: Konny Streifen nochmal das Thema soziale Nachhaltigkeit.
00:14:04: Das wird oft übersehen, dieser riesige Sektor der UN-Nachhaltigkeitsziele hat eben auch die sozialen Komponenten.
00:14:13: Welche Rollen spielen die Biografie den Menschen, die bei euch arbeiten?
00:14:16: Vielleicht auch in den Designs oder in den Prozessen?
00:14:19: In den Designs?
00:14:20: tatsächlich gar nicht, denn die Frauen sind ja ein dreizehnköpfiges Frauenteam und die Frauen, die bei uns angestellt sind arbeiten in der Produktion.
00:14:27: Das heißt in der Umsetzung.
00:14:28: es gibt ja auch in Manufakturen verschiedene Abteilungen.
00:14:31: also die Frauen ist nicht in der Designabteilung das klingt jetzt auch eh größer als wir sind aber die Designabteilung ist meine Mitgründerin Lotte Genau, aber unsere Frauen bringen natürlich durch ihre verschiedenen Lebensgeschichten und Erfahrungen ganz anderes Miteinander in die Werkstatt mit.
00:14:49: Also für mich hat das einen riesengroßen Unterschied gemacht.
00:14:52: Ich habe ja schon gesagt fast zehn Jahre sind wir jetzt dabei mit so einem diversen internationalen Team zu arbeiten.
00:14:57: Das erdet nicht nur, es bereichert auch total!
00:15:00: Zum Beispiel auch das Thema, wer kann sich eigentlich faire Mode leisten?
00:15:04: Bekommt einen ganz anderen Schnack.
00:15:07: Also viele unserer Mitarbeiterinnen für dieses was total wertvolles neue Ware zu kaufen.
00:15:13: Die gehen zum Beispiel dann auch... also ich fahre allgemeiner jetzt mal, kann man natürlich nicht aber ich mache es mal an dieser Stelle die gehen dann zum Beispiel gerne zu Kick und kaufen sich da neue Sachen weil für sie secondhand zb eher etwas mit Bedürftigkeit zu tun hat.
00:15:25: Ich will sagen mir hilft dass wir diesen weil viele aus einer, also eine Historie haben wo sie lange auf Second Hand angewiesen waren und jetzt die Freiheit haben anders zu konsumieren.
00:15:34: Thomas hat ja auch gerade schon gesagt es gibt nicht den einen nachhaltigen Weg und mir hilft es mit unserem Team in ihren Lebensgeschichten eigentlich immer wieder innezuhalten und zu reflektieren um mich zu fragen wie facettenreich ist Nachhaltigkeit denn?
00:15:46: Und wer darf denn eigentlich mitmachen?
00:15:48: um so wichtiger dass es vielleicht Anreizsysteme gibt das das kein exklusives Thema bleibt für die Menschen die genug im Portemonnaie haben sondern das möglichst viele partizipiert.
00:15:57: Ich glaube, man muss auch mal ein bisschen mit dem Mythos aufräumen.
00:16:01: Dass es Menschen mit wenig Geld sind die irgendwie ultrafast fashion oder fast fashion treiben.
00:16:08: Es sind Menschen mit genug Geld, die dort einkaufen und dann eben noch mehr einkauen als sie vorher schon angekauft haben.
00:16:16: Das sind nicht die Menschen, die in irgendeiner Form darauf angewiesen sind sondern das sind Menschen,
00:16:26: Was sagen denn die Frauen?
00:16:27: Gehen wir mal auf diese Perspektive, die bei euch arbeiten.
00:16:29: Was bedeutet die Arbeit für sie persönlich beruflich?
00:16:34: Wir haben letztes Jahr an so einem ganz spannenden Uni-Projekt teilgenommen und da haben wir einen Social Impact Reporting geschrieben.
00:16:39: also wir haben bei uns sozusagen andere KPIs um jetzt mal Wirtschaftssprech zu zeigen als das vielleicht konventionelle Unternehmen haben.
00:16:46: Wir messen unsere Wirkung Und da hat eine unserer Näherin gesagt, jede ist bei Bridget Tunnel eine Königin.
00:16:52: Das fand
00:16:53: ich ein total tolles Kompliment!
00:16:55: Weil wir natürlich versuchen sowieso in der Art und Weise wie wir unsere Manufaktur führen textile Arbeit eine Bühne zu geben.
00:17:04: also bei uns sind die Stars unsere Näherin.
00:17:07: Und ich mache bei uns ja auch Social Media und zeige immer super viel hinter der Kamera, mittlerweile sind unsere Mitarbeiterinnen richtig kleine Social-Media-Stars.
00:17:14: Am Anfang haben sie immer gesagt, oh nee!
00:17:16: Ich will nicht so gerne nach dem Motto wer interessiert sich für mich?
00:17:19: Doch die Menschen interessieren sich für euch.
00:17:22: Alle unsere Produkte haben auch ein Autogramm unseres Teams und wir haben super oft Kunden und Kundinnen, die was bei uns kaufen, uns danach eine E-Mail schicken.
00:17:30: Viele liebe Grüße an Mandib!
00:17:32: Die hat meinen Blusor genäht.
00:17:34: Und dann richten wir das aus und ich glaube diese Nahrbarkeit zu zeigen, dass sind wirklich echte Menschen, die Kleidung nähen übrigens auch in Bangladesch.
00:17:41: Auch da gibt es nicht die Green Machine, die Thomas gerade benannt hat.
00:17:44: Es gibt keine Maschine, die jede textile Arbeit übernimmt.
00:17:47: Das ist uns so verloren gegangen.
00:17:49: versuchen, durch diese Nahrbarkeit wieder auch ein Gefühl zur Mode herzustellen.
00:17:53: Und ich glaube dann da bin ich wieder bei der Liebe... Ich glaube man wertschätzt dann die Kleidung anders wenn man auch einen Gesicht dazu hat.
00:17:59: Ja also wer hat es eigentlich hergestellt?
00:18:01: Wer war da jetzt involviert?
00:18:02: Eine utopische Vorstellung fast schon
00:18:05: ja!
00:18:05: Ein Thema was uns bei Verwertungen ja auch wirklich umtreibt wenn es jetzt darum geht Gesetze zu machen Prozesse festzulegen, was Kreislaufwirtschaft in Zukunft sein soll.
00:18:15: Ist das eben nicht ein reines technisches Thema des Recyclings?
00:18:19: Das Sammeln des Sortieren ist es auch.
00:18:22: aber in dieser Kette die einfach da ist und jetzt neu geordnet wird arbeiten immer auch Menschen.
00:18:30: Bridget Handel macht diese Menschen dann auf eine ganz besondere Art und Weise sichtbar.
00:18:35: ich finde also wir unterhalten uns ja auch darüber wie man Nachhaltigkeit kommuniziert Und das macht Conny ganz hervorragend, gerade in den sozialen Medien.
00:18:46: Dieser Impact, die Wirkung wie du sagst und eben auch die Menschen, die im Arbeiten und das Herstellen macht sie sichtbar und damit schafft es einen ganz anderen Wert für die Produkte.
00:18:57: Es ist nicht irgendwas was der Postbote
00:18:59: vielleicht.
00:18:59: Aber natürlich immer zusammen mit Lotte Thomas.
00:19:01: Danke für das Kompliment, aber es ist natürlich eine große Teamarbeit!
00:19:04: Natürlich liebe Grüße auch an
00:19:06: Lotte.
00:19:06: Liebe Grüße an Lotto und an Roma.
00:19:10: Ich habe mal Tamina unsere Social Media Experten die wir hier schon in der Brauchbarheit zu Gast hatten.
00:19:16: Auch ne tolle Folge.
00:19:18: Wir sind ein sehr ehrlicher Podcast Dr.
00:19:20: Conny im Sozialunternehmertum.
00:19:22: Das klingt toll, aber das muss auch herausfordernd sein.
00:19:25: Wo kollidiert Idealismus?
00:19:28: Gibt's so Momente.
00:19:29: Also Mal ist gut.
00:19:32: Ja, Sozialunternehmerin Tum ist schon eine Nummer also... Ich weiß nicht, ich hab neulich mal so das Bild dafür gefunden.
00:19:39: Was mir in Lotte ganz gut hilft ist ein bisschen... Wir sind ja mit sehr viel Leidenschaft gestartet, es ist sehr intrinsisch und hat sich von allein dynamisiert was wir tun und diese Leidenschaft für das Thema ist bis heute felsenfest bei uns verankert.
00:19:51: aber eigentlich sind wir seit Beginn der Gründung in so eine Achterbahn gestiegen die fährt wie sie will.
00:19:57: immer wenn du denkst oh endlich geht's meine Weile gerade aus kommt der nächste Todeslooping hier um die Kurve und da um die kurve.
00:20:06: Deshalb so, weil wir... Also ich glaube es gibt wenig Menschen die das jetzt doof finden.
00:20:11: was wir machen sag' ich mal so vereinfacht.
00:20:13: Aber es muss ja auch trotzdem irgendwann ein Kaufimpuls entstehen und wir können vieles aber nicht günstig.
00:20:18: Wir haben eine Produktion in Deutschland, wir zahlen Löhne über Mindestlohn Und hören dann zum Beispiel öfters Argument Ich find's so toll was ihr macht, aber ich finde eure Produkte sind zu teuer.
00:20:28: Das kann doch nicht sein dass nachhaltige Akteure Jetzt die auch bei uns noch mit dem Thema Social Impact arbeiten immer so ein Wettbewerbsnachteil haben.
00:20:37: Wir sind teurer, als die die konventionelle Mode präsentieren.
00:20:41: dabei sind sie viel zu günstig.
00:20:43: ja also wir haben total verlernt was den gewährt sein müssen und trotzdem löst es natürlich nicht das Problem wenn ich genug im Portemonnaie ist dann kann ich mir eben auch keine Bauchtasche für neun dreißig Euroberl Bridgen Tunnel leisten.
00:20:53: Ja
00:20:54: das klingt nach dem größten Hit den Thomas hier in jeder Folge singt.
00:20:59: Das Problem auch dass Nachhaltigkeit einen seltsamen Ruf bekommen hat Es sei kompliziert ist teuer, es ist umständlich.
00:21:07: Ich glaube aus Verbraucherinnensicht ist es erstmal nachvollziehbar.
00:21:11: der Preis ist ja erst mal das was wir als allererstes sehen und es für Verbrauchern gerade auch bei Textilien relativ schwierig im Laden zu entscheiden.
00:21:21: sind das jetzt qualitativ hochwertige Nähte oder gar Garnen die hier verarbeitet sind?
00:21:28: Dann hatten wir auch schon gesagt Mode, auch immer Emotion und das holte uns dann ab.
00:21:33: Und ich glaube die Industrie ohne jetzt irgendwie da jemanden an die Wand stellen zu wollen oder ähnliches ist ja auch gut darin ums diese Emotionen zu verkaufen was schade einfach isst.
00:21:43: und dass die Politik glaub' ich gefragt... Das hat Conny ja auch schon angedeutet.. Diejenigen die gesellschaftlich gewolltes tun also auf ökologische Standards achten aber eben auch auf soziale Standards sind aktuell am Markt noch benachteiligt und eigentlich sollte das am Markt ein Vorteil sein.
00:22:03: Und da müssen wir überlegen, wie wir hier eine kluge Regulierung hinbekommen politische Rahmenbedingungen.
00:22:08: denn ich glaube wenn man ne Umfrage macht jeder Bürger jede Bürgerin möchte in einen Laden gehen können und mit guten Gewissen shoppen können.
00:22:17: Das muss aber die Politik leisten.
00:22:19: das kann nicht der Verbraucher die Verbraucherin bei jedem einzelnen Artikel für sich unterscheiden.
00:22:27: Das ist schlicht eine Beforderung.
00:22:29: Unter den Lebensmitteln hat es ja auch geklappt, da wurde einfach dann dieser ganze Bio-Bereich oder auch Fleischersatzbereich so groß dass das zumindest konkurrieren kann und gibt ja auch ganzer Fleischhersteller wenn ich an die mit der Mühle denke Die praktisch gar keinen Falsch mehr herstellen.
00:22:45: Es tut sich ja aus.
00:22:47: Oder
00:22:47: mehr Umsatz machen mit den franzlichen Produkten?
00:22:49: Ja, mittlerweile!
00:22:50: Die EU-Textilstrategie die soll euch erhelfen.
00:22:53: Die setzt ihr auf so langlebiges Design und Qualität.
00:22:57: Auf der Repariierbarkeit.
00:22:57: auch so ein Stichwort hatten wir gerade.
00:22:59: Erweiterte Herstellerverantwortung.
00:23:01: Was hältst du Conim von dieser politischen Idee?
00:23:04: was ist dir da am wichtigsten?
00:23:06: So sehr das nach einem Wort ungetüm klingt, so sehr es ist auch gleichzeitig finde ich was total verheißungsvolles.
00:23:12: Also wir haben es natürlich total abgefeiert als das erlassen wurde erst mal weil das ein Zeichen ist dass diese Themen verhandelt werden.
00:23:18: aber jetzt geht's natürlich ans Eingemachte.
00:23:21: Jetzt haben die Länder ja glaube ich achtzehn Monate Zeit die Gesetze zu schreiben jeweils national.
00:23:26: Was in die EPR rein soll Das wissen alle wie beim Kochen Entscheidend was man reintut damit es nachher schmeckt.
00:23:33: die erweiterte Herstellerverantwortung.
00:23:37: Die EPR bedeutet ja, dass jetzt das Verursacherprinzip greifen soll.
00:23:41: Was ja schon mal großartig ist.
00:23:43: Also die Unternehmen oder Plattformen, die Textilien in den Umlauf bringen, in den Verkehr bringen heißt es ja so schön auf Fachdeutsch sollen auch dafür verantwortlich sein wie viel sie da rein kippen damit wir nicht irgendwie, ich hab hier immer so ein tolles Bericht in der Geo Es gibt ja einen Hele in der Atacama-Würste mittlerweile ein Gebirge aus Alltextilien.
00:24:02: also es gibt einfach viel zu viele Textilie.
00:24:04: und das jetzt politisch etwas passiert einzudämmen, finde ich supergut.
00:24:07: Aber man muss jetzt natürlich schauen wie wird es umgesetzt und was wird dann?
00:24:11: also?
00:24:11: der Gedanke ist ja das Unternehmen bestimmten Betrag zahlen?
00:24:15: Wie?
00:24:15: das ist noch nicht ganz klar pro in Verkehr gebrachten Textil.
00:24:18: Und dann entsteht eine Summe mit der zum Beispiel idealerweise nachhaltige kreislauffähige und wenn's nach uns ginge soziale Akteure ihre Arbeit tun können.
00:24:30: Das ist kreislaufähige Sachen auf den Weg bringen.
00:24:37: Hey, das Geld direkt zu uns!
00:24:38: Ich würde an dieser Stelle gerne meine Konto-Nummer durchgeben.
00:24:41: Gibt es denn politische Rahmenbedingungen die euch helfen würden?
00:24:44: Also was müsste passieren damit es Unternehmen wie eures leichter haben?
00:24:49: Also ich träume schon von vielen Jahren und viele andere in der Branche auf von einem verringert mehrwert steuersatz.
00:24:54: Das würde sehr, sehr viel ausmachen.
00:24:56: Also Steuererleichterung.
00:24:58: Damit man endlich ein einheitliches Wettbewerbsniveau hat haben wir zu Anfang drüber gesprochen dass nicht wir zu teuer sind die die externalisierten Kosten einpreisen sondern die andere das endlich auch tun müssen.
00:25:08: dann wäre es natürlich großartig ist gäbe Förderprogramme für zum Beispiel kreislaufhege Akteure oder Repair Programme die auch Social Impact gleich mitdenken.
00:25:17: das Thema Upcycling reparieren ist ja eigentlich eins was Idealerweise Lokal stattfinden sollte, sonst sind die Wege ja viel zu lang.
00:25:23: Also es könnte im besten Fall lokale Akteure, die auch oft sozial engagiert sind befördern und dann würde ich's auch richtig cool finden wenn die öffentliche Hand ein bisschen eine Pioniersrolle einnehmen würde und auch in der Beschaffung zum Beispiel Akteur wie uns und viele andere die tolle Arbeit machen Verwertung gehört natürlich auch dazu begünstigen würde
00:25:42: also beispielsweise Busfahrerin aus Stadten Leute bei den Stadtwerken so
00:25:47: Zum Beispiel, oder auch aus alten Uniformen Neue machen.
00:25:51: Es gibt da viele Gedankenmodelle aber ich glaube es muss jemand vorangehen und ich glaube der könnte die öffentliche Hand eine große Schlüsselrolle einnehmen.
00:25:58: Wenn die Hamburger Stadtwerke erst mal bei euch bestellen braucht ihr bestimmt zwei Näherinnen mehr.
00:26:03: Thomas Mütze ergänzen!
00:26:04: Ich glaube Conny hat ganz wichtige Punkte gesagt kommt oft zu kurz.
00:26:08: Die öffentliche Beschaffung ist tatsächlich einen Riesenhebel um solche Unternehmungen solche kreislaufwirtschaftliche Fahde freizuräumen, frei zu machen.
00:26:22: Ich wäre auch dafür, dass wir mit der Mehrwertsteuer arbeiten und das Finanzministerium immer etwas skeptisch.
00:26:28: Was glaube ich eine tolle Initiative war was auf Landesebene bereits ausprobiert wurde sind Reparaturboni für jeden Bürger, jede Bürgerin, dass man also eine Gutschrift hat einen Betrag, den man lokal – da wäre ich auch bei Connie das es lokal passieren sollte – einsetzen kann um Gebrauchsgegenstände reparieren zu lassen und das wird dann eben verrechnet.
00:26:51: Dadurch wird Reparatur deutlich günstiger und rückt aber auch in den Fokus dass es wieder eine Option ist.
00:26:59: Das erleben wir ja oft, dass mittlerweile man aufgefordert wird Dinge wegzuschmeißen, man bekommt dann etwas Neues Also es wird gar nicht mehr repariert und das könnte man auf diese Art und Weise anschieben, denke ich.
00:27:10: Ist das ein Thema bei euch schon in eurer Arbeit Reparatur?
00:27:13: Ja wir haben tatsächlich letztes Jahr schon einen Repair Service mit Impact gelounscht.
00:27:18: Merken aber dass es wirklich knifflig ist den auszurollen weil... Auch da ist wieder so dieses, das Preisverständnis schwierig.
00:27:27: Also was kostet eigentlich eine Reparatur?
00:27:29: Ich weiß nicht ob du schon mal einen Reißverschluss bei Energien reparieren wolltest.
00:27:31: Das ist einer der teuersten Reparaturen die man machen kann.
00:27:33: Das kostet gerne dreißig bis vierzig Euro.
00:27:36: Da fallen ja neunzig Prozent der Menschen, die das erfragen bei der Änderungsschneiderei um die Ecken.
00:27:40: Ohn macht.
00:27:41: Es ist einfach viel Geld und es ist deshalb viel Geld weil viele so wenig Wissen wie Textilien entstehen.
00:27:48: also ich glaube immer noch fest an unseren Repair Service.
00:27:50: Die EPR könnte dann jedenfalls auch helfen.
00:27:52: ich mir noch wünschen würde aus den Mitteln, die dann hoffentlich wenn das Gesetz gut geschrieben ist zur Verfügung stehen.
00:27:57: Auch eine Kampagne für Sichtbarkeit was eigentlich textile Arbeit beinhaltet?
00:28:05: Wie sieht denn eine Reparatur aus?
00:28:06: Warum kostet es dreißig Euro den Reißverschluss auszutauschen?
00:28:09: Warum lohnt es sich das zu machen?
00:28:10: also das Thema Bildung und Aufklärung ist so ein großes.
00:28:14: man muss es glaube ich lustvoll erzählen dass die Leute Bock haben bei einer Veränderung dabei zu sein und nicht der Unterkiefer ausrängt.
00:28:21: Ich sage euch auch noch Reparie an.
00:28:24: Mit erhobenen Zeigefinger und eigentlich dieses ja schöne, traumhafte Thema.
00:28:29: Diese Balance haben wir bei allen unseren Gästen die lieben hier alle Mode.
00:28:32: Da ist keiner der nur von der ökologischen Seite oder sozialen Seite kommt und sagt hör doch mal auf damit!
00:28:37: Sondern es sind alles Leute wenn sie hier sitzen feinstens gekleidet modebewusst im besten Sinne ihren Stil gefunden haben.
00:28:44: Oder wertebewusst?
00:28:45: Ja das kann man ja alles wunderbar kombinieren.
00:28:47: Das ist ja die Frage und ich nicht.
00:28:48: Total
00:28:49: Also im Rahmen der Textilstrategie wird ja tatsächlich auch noch darüber diskutiert, dass wir Textilien auch im Design zukünftig beeinflussen wollen.
00:28:57: Sie sollten eben nicht nur recyclingfähig sondern auch reparierbar sein.
00:29:01: Ich glaube das ist auch nochmal ein großer Hebel weil heute auch Dinge aus Produktionskostengründen so hergestellt werden, dass sie nachher unnötig teuer oder gar nicht zu reparieren sind.
00:29:14: Und auch das ist ein toller Hebel glaube ich um Kosten dann in der Reparatur später zu senken.
00:29:19: und man müsste auch darüber nachdenken wie man Firmen auch dazu verpflichtet solche Angebote offensiv genau wie Connie das gesagt hat anzubieten.
00:29:29: Auch da gibt es ja Firmen die vorangehen.
00:29:32: VD ist ja auch ein Partner von uns, der das sehr offensiv tut zum Beispiel.
00:29:36: Ich glaube einige Marken in der Auto-Branche tun da schon.
00:29:40: Das sind dann aber auch wiederum sehr hochpreisige Artikel wo es dann wiederum funktioniert.
00:29:45: Schwierig wird es dann genau wie Conny gesagt hat bei einer zwanzig dreißig Euro Jeans.
00:29:50: Da macht es dann wirtschaftlich für den Verbraucher und den Bürger keinen Sinn das nochmal reparieren zu lassen.
00:29:56: Ja, das ist das ja.
00:29:57: Wir natürlich entscheiden ja auch mit abgesehen davon dass das Thema endlich ein großes europäisches politisches Thema ist weil wir es alleine nicht lösen werden können.
00:30:08: Gibt es Materialienkonni die kaum noch sinnvoll zu verwerten sind?
00:30:10: Kann ich schon beim Einkauf von Materialien darauf achten, dass ihr am Ende lächelt?
00:30:16: Wir lächeln fast immer!
00:30:18: Das merke ich schon.
00:30:20: Na klar, hier hochwertiger Text produziert ist, desto mehr Möglichkeiten der Weiternutzung gibt es.
00:30:26: Ich kann's im allerersten Fall erst mal länger
00:30:28: tragen.".
00:30:29: Ich kann es, wenn ich's nicht mehr tragen kann reparieren.
00:30:31: Wenn ich das nicht mehr reparieren kann, kann ichs abseicheln.
00:30:34: Mittlerweile haben wir Textilien auf dem Markt.
00:30:36: die ziehe ich einmal an und danach zerfallen sie zu Staub.
00:30:39: Also ich glaube da ist noch sehr viel Luft nach oben.
00:30:42: Und auch ein großer Wunschgedanke dass die EPR auch auf den Anfang der Kette einwirkt.
00:30:47: Weil du das am Anfang noch gesagt hattest Das ist regulativ natürlich eine ziemlich Herausforderung.
00:30:52: Aber in der EPR steht klar drin Dass wir auch ne sogenannte Ökomodulation haben sollen.
00:30:59: in Zukunft.
00:31:00: schwieriges Wort.
00:31:01: Was bedeutet das?
00:31:02: Letztlich sagt der Gesetzgeber, die Gebühren, die Hersteller oder Brands aufbringen müssen pro Artikel oder pro Kilo, das ist auch noch offen, sollen sich daran orientieren wie nachhaltig der einzelne Artikel ist.
00:31:15: Das heißt wenn ich weniger nachhaltige Artikel herstelle oder auf den Markt bringe und verkaufe dann muss nachhaltige Artikel auf dem Markt bringen, die eben recyclingfähig reparierbar und lange tragbar sind.
00:31:30: Dann zahle ich weniger.
00:31:31: Komplexes Thema und schwierige Frage auch dann im Detail Aber das steht so im Gesetz und spannend, wie wir es umsetzen
00:31:39: werden.
00:31:40: Ja die Europäische Union, sie scheint ja dann doch zu funktionieren!
00:31:42: Ich bin gespannt was draus wird.
00:31:45: Konny jeder Gast bekommt ein natürlich fair produziertes T-Shirt von uns auf dass er seine
00:31:51: ihre
00:31:52: abgesagte T-shirt.
00:31:54: aber eben frei für deine Botschaft welche Botschaft hast du an die Politik?
00:31:58: An uns alle die wir Mode kaufen kann auch nur ein Wort sein irgendwas was dir besonders wichtig ist.
00:32:05: Da müsste sowas, glaub ich draufstehen wie let's es more oder act now.
00:32:10: Oder kommt in die Puschen?
00:32:13: Müsst dich noch ein bisschen am Feinschliff arbeiten!
00:32:15: Aber auf jeden Fall starker Handlungsbedarf und auch der Mut zu weniger.
00:32:20: Vielleicht habt ihr da was für mich... vielleicht könnt ihr das einen frischen Claim übersetzen.
00:32:25: Ach ja, dieses T-Shirt ist dermaßen in einer Größe, in der wirklich alle Botschaften dieser Art drauf passen.
00:32:30: Perfekt.
00:32:31: Dankeschön Für all das.
00:32:33: Dr.
00:32:34: Konstanze Klotz, liebe Konni, danke für die Einblicke dafür dass ihr zeigt wie Kreislaufwirtschaft aussehen kann wenn man sie ernst nimmt.
00:32:40: Danke
00:32:40: für die einladung
00:32:41: kreativ denkt Menschen auch in den Mittelpunkt stellt.
00:32:44: das haben wir auch besprochen.
00:32:45: Wir haben schon so viele Folgen hier in der Liste.
00:32:48: Der smarte Kleiderschrank zum Beispiel dann der Weg der Altkleider wenigstens in die Tonnewerfe oder eben in die Sonne sondern in die Tone werfen klar aber auch in dem Container.
00:33:02: Ey, da sind auch achtzig Folgen wie das Wort Container.
00:33:06: Aber ich bin auch selbst draufgekommen!
00:33:07: Also auf altkleiderspenden.de findet ihr alle weiteren Informationen und wir hören uns dann auch in einer anderen Folge wieder gleich
00:33:15: bestimmt.
00:33:15: Vielen Dank liebe Conny.
00:33:16: Danke Tobi.
00:33:17: Danke Thomas.
00:33:18: Vielen dank, tschau-tschau.
00:33:23: Bis zum nächsten Mal In der brauchbar.
00:33:26: Der Podcast von fairwertung dem Dachverband der gemeinnützigen Altkleidersammler.
00:33:32: Alle folgen Hintergründe und Zusammenhänge findet ihr auf altgleiterspenden.de.
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